
Damit sie dauerhaft gelingt, müssen wir sie aktiv fördern und unterstützen. Integration braucht die Bereitschaft, den anderen in seiner Verschiedenheit anzunehmen und Unterschiede als Bereicherung und nicht als Mangel zu begreifen. Sie erfordert auch die Anstrengung, Teilhabemöglichkeiten für alle zu schaffen. Und Integration benötigt Ausdauer, um gemeinsam Regeln des Miteinanders zu entwickeln und auch auf ihre Einhaltung zu achten. Dies ist wichtig für das gegenseitige Verstehen der jeweiligen Standpunkte und Arbeitsweisen, für die Prävention und auch langfristig für eine ehrenamtliche Tätigkeit.
Mit dem Projekt „Deine Feuerwehr – Unsere Feuerwehr! Für ein offenes Miteinander“ will der Deutsche Feuerwehrverband aufzeigen, wie jede einzelne Feuerwehr Vorteile aus einer guten Integrationsarbeit ziehen kann. Hierzu werden verschiedene bundesweite Aktionen als Mosaiksteine gesetzt, die gemeinsam das bunte Bild des Miteinanders ergeben: Gleichberechtigt, weltoffen und engagiert.
Auf dieser Website wollen wir das Projekt vorstellen und tolle Beispiele der Arbeit vor Ort präsentieren. Konkret werden durch den Deutschen Feuerwehrverband ein Leitfaden zur Interkulturellen Öffnung erstellt, Schulungen für Feuerwehrangehörige und Multiplikatoren angeboten, ein Leitbild für die Feuerwehren entwickelt, Netzwerke geknüpft und Ideen für eine Feuerwehr-Jahresaktion als „Vertrauenskampagne“ gesammelt. Wir freuen uns hier über Ihre Ideen, Erfahrungen und Anregungen. Beteiligen Sie sich – für ein offenes Miteinander!
Ulrich Behrendt Orhan Bekyigit
Vizepräsident Fachberater für Integration

Kontakte fördern, interkulturelle Kompetenz stärken – dies sind Kernpunkte des „Integrationsprojekts Feuerwehr“ des Deutschen Feuerwehrverbandes. Ziel des Projekts sind engere Kontakte und eine Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Migrantinnen und Migranten in den Städten und Gemeinden.
In dem zunächst auf ein Jahr angelegten Projekt sollen das Problembewusstsein bei den Feuerwehren verdeutlicht, die interkulturelle Kompetenz erhöht und Vertrauen von Migrantinnen und Migranten erworben werden. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds kofinanziert; für die Verwaltung des Fonds ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig.
Grundsätzlich sollten die Feuerwehren einen Querschnitt der Bevölkerung darstellen, die sie beschützen. Bisher zeigt sich die Feuerwehr jedoch eher monokulturell: der klassische Feuerwehrangehörige ist männlich und ohne Migrationshintergrund. Besonders stark ausgeprägt zeigt sich die Monokultur im Bereich der (mangelnden) Vielfalt der ethnischen Hintergründe, die Feuerwehrangehörige mitbringen.
Bislang liegen keinerlei statistisch belastbare Zahlen zum Anteil von Migrantinnen und Migranten in den Feuerwehren auf bundesweiter Ebene vor. Die Studie „Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999 – 2004“ beziffert den Anteil der in der Feuerwehr und den Rettungsdiensten engagierten Migrantinnen und Migranten auf ein Prozent, wobei jedoch nicht zwischen Feuerwehren und Rettungsdiensten differenziert wird.
Hinsichtlich ihres Engagements in den Feuerwehren sind demnach Migrantinnen und Migranten noch sehr stark unterrepräsentiert. Für mehr als 99 Prozent der Migrantinnen und Migranten ist die Feuerwehr also eine unbekannte Organisation, mit der sie zudem nur in Schadensfällen und persönlichen Notsituation konfrontiert sind.
Der Projekt-Flyer steht Ihnen hier zum Download bereit.